// Das wandelnde Herz.



Inneres Schweigen. Der Cocktail an Gefühlen, der bei mir nach drei Tagen Untat herumsiecht, füllt die Gedanken mit Reue und Unrast. Ausgebleichte Fragen tummeln sich, ducken sich, formen sich.

Wäre ich nur mal langsamer gelaufen, weniger Gewicht, weniger Tempo. Reisewarnung: Lassen Sie ihr Gepäck besser daheim. Das metaphorische sowie das physisch Packbare, klar. Lieber eine gähnende Leere, als ein bis oben hin geschnürtes Bündel an Sorgen und Vesperbroten (Schwabending. Ein Nomen, dessen Bedeutung echt nicht schwer ist sich zu merken. Dennoch braucht Berlin dafür ein eigenes Ministerium, so scheint es. Irgendwo in der Zweigstelle Landesvertretung BaWü)


Mit Myriaden an Regentröpfchen am Fenster mäandern sich auch die Gerüche meiner Linsen, à la heute Abend, zu mir hoch. Olfaktorische Geborgenheit. Die temporäre Wohnung, ganz für sich, ist etwas.. naja, klebrig. Ideal für zwischendurch, ab und zu und kurz mal so. Das Bett, indes, fühlt sich an wie eine muckelige Wolke und ich, wie ein Genesungssüchtiger, der dem Trommeln des Regens auf dem Dachfenster verfallen ist. Ein kleines Dorffest im Herzen, Sojasauce auf dem Reis des Lebens.


Ganz generell genieße ich diese kleine Pause. Ein Zerschnaufen der ersten sechs Tage. Die Stadt bietet nichts Aufreibendes. Ein Theater, ein Kino, Elektrizität. Ohne Schnörkel, gerade heraus. Es spuckt dir ins Gesicht, wenn es soll und nimmt dich in den Arm, wenn es muss. Sachsen, dein Anhalt. Bauhaus wurde übrigens von Walter Gropius erschaffen. Und in Dessau gilt „Bratwurst mit süßem Milchreis“ als Tradition für Gaumen und Gemüt. Hätte man erraten können. Aber eigentlich auch nicht.


Ich streife heute Abend noch ein wenig durch den Garten meiner Gedanken und erhoffe mir baldig ein Königreich der Erkenntnisse. Viel mehr gibt es heute nicht zu flüstern. Bestimmt morgen wieder. Bestimmt.



Photo Credit: lostandfound.community

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