// In Reispapier gewickelt.
- Michael Schuster
- vor 15 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Spaziergänge passieren oder sie passieren nicht. Viel darüber nachdenken reibt mir den Magen auf und den brauch ich morgens für den eloquenten Schiss nach meinem ersten Kaffee.
Ich zieh im Kopf irgendwelche Linien vom einen Ende zum anderen. Rauchiges Fumatorium. Es ziert sich, was morgens den Anschein macht, dass es nackt nicht arg viel prächtiger wirkt als ne Schale schalen Biers. Irgendwie und nirgendwo erheben sich da sulzige Klänge, die nebulos und pastos aufgetragen zuckriges Gelee ergeben. Alles liegt da dann auf meinem Gedankenzerflecht, dass ich auf keinen wirklichen Gedanken zielen kann, alles klebt aneinander und färbt schon langsam ab. Ich hol mir noch ne Schale Nüsse am Bartresen und frage mich, welchen Song der Pianist als nächstes in unser Kollektiv hinausspielt. Wahrnehmung gibt's hier und da, aber ich pflücke mir sowieso nur das raus, was ich wahrnehmen will. Das kann so stimmen oder einfach erfunden sein. Reines Konfabulieren, weil es montags und dienstags und mittwochs und samstags viel einfacher geht. Alle schauen nach oben, obwohl unten die ganze Magie passiert — oder war es umgekehrt? Wie dem auch soit. Französisch. Unbekleckert fiel das Wort heute früh aus dem Korb des Geistes. Aufheben ging nur mit pfiffigen Kniebeugen, aber auch die bekam ich hin. 10 von 10 und das zeigt ja heutzutage die Wahrhaftigkeit von allem an. Belanglosigkeiten wären demnach eine 1 von 10. Die hätten doch aber auch zumindest ne 4 verdient. Gerade so bestanden. MSA zwar verfehlt, aber zumindest gehen wir in den Ferien in den Zoo und es gibt Eis. Üppige Kugeln, an denen dann herumgeleckt werden kann. Minze, Schoko und Honigzerflossenheiten. Die Waffel kostet extra, aber das schert hier nur die Touristen, die aus Süddeutschland kommen — und mich, weil ich aus Süddeutschland komme.
Wenn derweil auch die Sonne nach den üppigen Kugeln die Zunge leckt, wird es Zeit, sich in was Klimatisiertes zu begeben. Wespen gibt es da dann auch weniger und insgesamt wird's auch gleich viel cooler. Und da stellt sich mir die frivulente Frage: Wenn ich ein Buchsbaum wäre, hätte ich Narben vom Stutzen oder wären die Narben nun unsichtbar und Schmerz wurde zu Größe wurde zu Wissen wurde zu eingedämmtem Wachstum?
Wir wissen mehr, riskieren deshalb weniger?
Und wenn eine Blume doch einmal den Kopf reckt, reißt ihn die Rasenmäherklinge brutal ab. Irgendwann wächst sie nach, wagt, wird abgeschlagen, wird winterlich eingefroren und träumt von Unwissenheit. Nur die ist Bliss. Oder war das Ignoranz?
Dreierlei, tristi pasta, triste pasta mit Trauerklos und gekochter Laus, die einem über die gekochte Leber läuft. Alles wird relativ und mein Leben als Rapsong. Ich liege in der Porzellanschale und über den Rand blicken bereitet mir Übelkeit und ich wimmere. So viele Worte, um zu sagen, dass eine Woche New York vielleicht ganz heilsam sein könnte. Aber jetzt bin ich hier und in Berlin im Sommer sind sowieso alle Katzen mit Graffiti besprüht.
Curtain drops













Kommentare