Aus dem Blog eines Tunichtguts

// Wohltemperierte Disharmonie.

Eine erneute Revision steht an. Ein Juhu und lebendige Freudfertigkeit tun sich auf. Parkfest, 19h55. Mittwoch. August 2018. Es fühlt sich mal wieder nach einem Traktat zu meiner Selbst, im Kontext der Geselligkeit, an. Nach einem, das bereits im Leich der Vorwelt gebadet und all die Tristesse feinlichst aufgesogen hat. Eines, das mich aus der träumerischen Poesie in die prosaische Realität stößt. Bin alleine bei mir. Ein Blick umher. Er schweift. Suchend. Kaum jemand sitzt hier alleine. Einzig einen Mann mache ich auf der Wiese aus, zwei Flaschen Bier vor sich stehend, in einer unerschöpflichen Marie-Antoinette-Pose. Niemand sonst ist alleine. Warum denn eigentlich nicht? Ist es denn

// Fragmente (2008-2018) – Teil Sechs.

Siebzehn Ich freue mich immer wieder über ein paar Worte der Aufmunterung. Besonders, wenn der Abend zuvor einem Alkohol-Desaster anheimgefallen ist. Der vor sich hin pfeifende Schlendrian neben mir verpackte es aber dann doch auf seine Art: „Alter, du siehst aus, als hätte dich n besoffenes Kleinkind auf eine kaputte Magna-Doodle-Tafel gekotzt und verrieben.“ Mögen all seine Wünsche in Erfüllung gehen. Achtzehn Man weint Krokodilstränen, macht Hundeaugen oder ein Affentheater, ist ein Elefant im Porzellanladen oder sogar ein toller Hecht, macht Butter bei die Fische, hat einen Frosch im Hals, ist ein alter Hase oder der Hahn im Korb, kommt auf den Hund oder weckt schlafende, kauft die Katze

// Schläft ein Lied in allen Dingen.

Es schrieb einst Joseph Weigl, ein Schüler Antonio Salieris, über des Tonsetzers Hinscheiden: Ruh sanft! Vom Staub entblößt, Wird Dir die Ewigkeit erblühen. Ruh sanft! In ew’gen Harmonien Ist nun Dein Geist gelöst. Er sprach sich aus in zaubervollen Tönen, Jetzt schwebt er hin zum unvergänglich Schönen. Ist jenes nicht wundervoll und eine poetische Erfüllung, die ein Vergehen nicht würdiger machen könnte? Welche Töne werde ich wohl gesprochen haben und welcher Klaviatur werde ich mich zuletzt bedienen? In welchem Ausmaß will ich jenes überhaupt wissen? Ich stelle mir den Abschied, den lyrischen Epilog vom prosaischen Ganzen, in einer Theateraufführung vor. Ein Puppentheater. Weniger episch,

// Hoden werden während des Sex und beim Joghurt essen größer.

Samstag. 13h37. Der ICE 707 nach München ist widererwarten brechend, und das nicht mal zurückhaltend, voll bepackt mit schwitzendem Volk, Koffern und dem leidenden Weinen der kleinen Völkler. Kinderwagen werden ächzend verräumt und ich setze mich auf Platz 84. 6er-Abteil, weil im restlichen Wagon sicher kein besserer Platz frei sein wird. Mutter mit Kind, Frau und junger Mann steigen herein und ich bin dann auch mal, mit binauralen Tönen und freudegrunzend, in meinen Büchern einversunken. Max Goldt im Zug, Kommentarwichsmaschinen und Einträgen in Tagebüchern lauschend, fiepse ich innerlich und schwitze äußerlich. Nach einer knappen Stunden verändern wir dann dass unangenehme Sich-angrinsen,

// Ein neues Textlein.

Die zeitgenössischen Cafés, die individuell zu scheinenden Klamotten und frischen Guanábana-Flocken, Cupuaçu-Merengue oder liebschwänzelnden Anorak-Jeronimos schaden ja eigentlich keinem, deshalb sind solche Energie-Tollereien und Juhe-Zerrisse doch absolut überflüssig. Dennoch könnte sich Lauralotta auf Platz 17E bitte kurz die BOSE QuietComforts vom Kopf nehmen und tunlichst etwas angestrengter nach Lebensfreude aussehen. Die Quarkfresse hat sich 2018 ausgetragen und möchte nun auch mal wieder in Ruhe gelassen werden. Ruhe sanft, du Quark. Weil, ruhende Schlampe war gestern, heute ist aber 2019 und jetzt hopp hopp, schnell wieder in die Gesellschaft eingegliedert und die unsäglich abgefick

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Der Frühling kam. Ich wollte in die Welt hinaus und mir mein eigen Brot erwerben. Jetzt ist es dann doch nur ein brotloser Blog geworden.

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