// Das Flirren des Abends.


Ein Mann vor uns. Flirrende Hitze kracht auf uns nieder, lässt uns schmachten. Ich nehme nur seine Silhouette war. Sie erscheint bedrohlich. Ein breiter Gang, Arme etwas abstehend. Der Erdstaub um ihn wirbelt zu allen Seiten auf, umfängt ihn und verleiht ihm einen Kokon aus Dunst und Schatten. Noch sind es knapp 150 Meter, die der Umschleierte von uns entfernt geht.

Noch 150 Meter blaffendes Nichts zwischen uns und dem wutzerfledderten Körper.

Trotz allem bewegen wir uns weiter. Aufeinander zu. Wohl auch, weil ich der Einzige bin, der die drohende Gefahr ersinnt. Er gleicht einem wilden Bullen, der unablässig mit den Hufen scharrt und sein Territorium gegen uns verteidigen will. Um jeden Preis beschützen, was nicht unsers ist.

Noch 100 Meter. Die abendliche Sonne steht bereits tief und verklärt die Atmosphäre, verschleiert uns jedoch den Blick auf die Person, da sie sich scheinbar an dessen Rücken geheftet hat. So wie die Amsel an ihren Morgenruf gebunden ist, um der Welt Bescheid zu geben, dass es nun Zeit zum Aufstehen ist. Sie blendet uns bisweilen und das wohl mit voller Absicht. Untrennbar sind sie wohl geworden. Frevelhaft, wie unbedarft wir weitermarschieren.

80 Meter. Die Glut des nahenden Abends zerfließt scheltend im Selbstgewahren und brüht unsere Sorgen, die wir noch all die Zeit nun sorgfältig verlegt hatten, frisch auf. Dampfend werden sie uns serviert und derweil sind es auch nur noch