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// Three guys and the red table.


“Cigarettes after Sex” klingt es vom roten Nebentisch herüber. Zufällig sind es so ziemlich die einzigen Worte, die mir geläufig sind, die meine Wahrnehmung soweit übersetzt, dass ich damit was anfangen kann. Zudem sind sie, gefühlt, einige der wenigen polnischen Worte, die nicht mindestens drei Konsonanten hintereinander enthalten. Hui, ein Glück an diesem donnerstäglichen Sonnentag. Jüdisch zu sein haftet man dem Viertel, unterhalb der Stare Miasto, hier besonders an. Ich sehe Bagels, Synagogen und asiatische Restaurants. Soweit so gut. Das Buchlädelchen in der Ulca Krakowiska liegt schüchtern murmelnd im ersten Stock eines Hauses mit Fenstern. Kawiarnia Literacka flüstern mir die Lettern ins Auge. Voll gefüllt mit Kategorien wie Religia, Filozofia und Sztuka (Was der belesene Google-Nutzer als Kunst enttarnt). Der Bison-Vodka schmunzelt aus seinem kalten Gemach heraus. 16h00 tadelt mich der Blick aufs Handgelenk und lässt ihn über die Tapenaden- und Hummus-Auswahl vor mir gleiten. Sandwich, 4 Pasten, Toast, kleiner Salat; 4,20€. Der eine Zloty Trinkgeld erschien mir dann im Nachhinein nicht ganz koscher, aber nun ja. Die Coffee-House-Youtube-Playlist fiedelt im Hintergrund. Tram-Bahnen schellen im Takt dazu und der Knoblauch im Essen legt sich wie ein seidenes Tuch über meinen Körper. Wieder eine Tram. Blau ist sie. Linie 13. Für mich ganz klar das Zeichen weiter zu laufen. Ab 17h00 tadelt mich das Handgelenk auch nicht mehr so sehr und die Bar-Rufe werden nun auch deutlicher. Der Bison-Vodka streckt jetzt sogar schon halb sein Flaschen-Köpfchen heraus während die drei Jungs vom roten Tisch neben mir nun auch weg sind.

Czesc für nun.

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