// Wenn Murmeln murmeln, murmeln Murmeln und trinken dabei Kaffee.
- Michael Schuster
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Wenn sich im Sommer die Straßen mit Schlafsand befeuchten, leuchten die Augen des Kapitalismus im hiesigen Kaffeehäuschen. Da werden Strategien durchleuchtet, Margen ausgerechnet und Kaffeebohnenschummeleien offengelegt. Da höre ich doch gleich mal viel genauer hin. Makro-Röstereien packen in ihre Kilo-Packungen zw. 5-15 Gramm angeblich weniger rein. Aufs Kilo gerechnet vollkommen vernachlässigbar. Aber, so ein süßes Unternehmen fabriziert ja nicht nur 2 Kilo Kaffee im Jahr. 1.500 Tonnen pro Jahr können da schon mal geröstet aus den Trögen fallen. Also 1,5 Mio. Kilo. Nehmen wir also an, eine Makro-Rösterei spart sich 10 Gramm pro Kilo. Bei 1,5 Mio. Kilo werden also 15.000 Kilo gespart. Und nehmen wir nun an, dass ein Kilo für 12€ verkauft würde, kommt mein flinker Taschenrechner darauf, dass man mit Ersparnis — und dem dadurch erzielten Mehrverkauf — an Kilos 180.000€ mehr verdienen könnte. Aber das steht ja alles im Konjunktiv und das müsste dann ja heißen, dass so etwas in allen Branchen und Produkten in ähnlicher Weise vonstattengehen könnte. Aber, was hätten denn Unternehmer*innen von so einem Beschiss? Achso.. mehr Geld. Hm.
Und würden wir jetzt mal ein Kilopaket Kaffee nachwiegen und kämen darauf, dass vielleicht sogar 50 Gramm pro Kilo fehlten — was ja, wie gesagt, fies wäre, aber nicht sehr ins Gewicht fiele — dann käme da heraus, dass sich so pro Jahr sogar 900.000€ mehr verdienen ließen. Hui, und nochmal ein Hui. Auch ein Pfui, klar, aber das fällt bei den ganzen Huis eher weniger ins Gewicht. Nur wenn wir tonnenweise Huis produzierten, dann würde man auch mit den Pfuis ne Menge Geld machen können.
Dann flitze ich jetzt doch ganz schnell mal nach Hause und messe, wie viel Liter in meiner Milchpackung sind, wieviel Gramm Fruit Loops in meiner umgefüllten Fruit-Loops-Glasverpackung schlafen und wie es bei Produkten ist, wo der Kilopreis ggf. sogar dreistellig wäre. Ein Millionengeschäft mit dem Weglassen.
Ich hatte in letzter Zeit sowieso das Gefühl, dass die Eier, die ich kaufe, absichtlich kleiner gelegt werden oder ggf. sogar nur sehr authentische 3D-Druckerzeugnisse sind.
Aber ich beschwer mich nicht. Ich hätte ja auch Kilopreisprinzessin oder 3D-Drucker werden können. Oder Kaffeebohne, dann käme ich wenigstens mal nach Guatemala oder Brasilien.
Ein süßer Traum. So konfabulös.













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