// Joeys Märchenloch – Wenn Rapunzel ein Punk gewesen wäre.

Das Märchenloch: Wenn abends mal wieder der Lautklang der Realität zu streng riecht und auch Netflix und Amazon Prime sich schon in die Fetisch-Klamotten geworfen haben, um auf Koks Candy Crush zu streamen.

Es wäre einmal gewesen.

Das Geschichtlein hätte sich wohl anders zugetragen. Die Kinderstube und später das rustikale Turmzimmer wären nicht prominent in der Romantisch Wohnen sondern eher im Grim Decorations gefeatured worden. Und auch den virulenten Interior Designern wäre die querulante façon der post-decoratives aschig aufgestoßen. Selbst Dorothy Draper hätte erst mal ein barockes Vitalkräuterbad nehmen müssen, um ihre humoralpathologische Erscheinung wieder ins Gleichgewicht zu schubsen. Da verstanden die hiesigen Dekorateure echt keinen Spaß.

Rapunzel wäre weiterhin ausschließlich als gewöhnlicher Feldsalat wahrgenommen worden*. Aber botanischer Fame lässt sich abends, beim Einschlafen der Kinder, eben nicht so gut verkaufen. Die Verwertungskette wäre direkt zu Beginn mit Whiskey betäubt und dann kastriert worden. Öde und nicht im Sinne der Verwertungskettenprofit-Aspiranten.

Auf Zuruf wären keine goldenen Haare aus dem Turm herabgefallen, sondern Bierdosen und Papes. Die Haare zu einem voll urinierten Iro gestylt und das Kleid mit Nieten, Reißverschlüssen und Löchern versehen. Die Zauberin hätte sich schlussendlich doch einen Eingang bauen lassen müssen (gut fürs – wir befinden uns ja weit vor 1999 – Bruttosozialprodukt, schlecht für den Ruf als fucking bad ass Zauberin mit türenlosem Turmzimmer). Ebenso wären Predigten zur kaputten Gesellschaft und zu den verfickten Bullenschweinen nicht ausgeblie