// Nächtliche Momente.


Lichter. Vorbeiziehende, helle Flocken beschmieren die Scheibe des Autos. Wir berühren die Nacht mit dem Wagen und unseren Gedanken. Die Straße glüht und präsentiert ihre Schatten, ihr dunkles Gemüt. Es wirkt dennoch sanft. Sachte bewegt sich – alles. Kein Verlangen, keine Gier. Nur Sanftmut. Die Gespräche verlaufen ruhiger, gemütlicher als am Tag. Bedacht legt sich die Stille auf alles.

Behutsam rührt sich – nichts. Die Begierde lässt weiter nach und wird baldig wieder zu Neugierde. Das Gespräch bleibt im ruhigen Fluss. Ich höre irgendwie zu – lausche jedoch lieber dem Nachtflug. Welche Stadt, welcher Ort ist egal. Bedingt sich das eine ja nicht unbedingt vom anderen. Wir fließen leise weiter und lehnen uns zurück. Atmen durch. Die Stadt fesselt mich ergreifender als unter Tags. Sie nimmt mich ein und ich verliere mich beruhigend in ihr, brauche keinen Wegweiser. Ich verlaufe mich bewusst in dieser Magie, lasse mich neugierig hineinreisen. Reise durch bekannte Straßen mit unbekannter Schönheit. Die Nacht verwandelt ihre Bewegungen, ihr timbre und ihren Charakter. Umgarnt ihn fröhlich mit Nichtigkeit und gibt ihm einen dunklen Glanz. Das Gespräch ist zu Ende. Die Fahrt auch. Fühle mich durchflutet von Freude und Müdigkeit. Die Lichter verweilen nun an Ort und Stelle. Die hellen Flocken gleiten derweil in Gedanken weiter.

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Bild: Dschamilja Mira

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